Kommissionieren
Montag 13. Oktober 2008 von SHG-Kurier
Unter Kommissionieren versteht man das Zusammenstellen von Einzel- Teilmengen eines Sortiments. Die Zusammenstellung kann verschiedene Gründe haben. Sie kann als Vorbereitung zur Verteilung dienen oder einfach nur zur Verringerung der Packungsgrößen. Beim Kommisionieren werden nach Bedarf/ Kundenwunsch Mengen zusammengestellt und anschließend verpackt. Dies geschieht meist durch Umgreifungsmaschinen (Bündelmaschinen), mit der die Ware durch Bänder in formstabilen Paketen verpackt wird.
In dem Prospekt- und Zeitungsgewerbe ist die Kommisionierung als “just in time” zu verstehen. Ware direkt aus dem Druck wird für den einzelnen Kunden zusammengestellt. Die Fahrer des Kurierdienstes können somit die Pakete dem jeweiligen Kunden zuordnen und ausliefern.
Die Wichtigkeit von Kommissionierung ob “just in time” oder aus dem Lagerbestand ist enorm. Egal ob Katalogbestellung, Zeitungen, Lebensmittel oder Automobileindustrie. Überall werden Waren/ Güter nach der Produktion kundenbezogen kommissioniert. Jeder LKW und Transporter auf der Straße hat kommissionierte Ware geladen. Als Beispiel: die Deutsche Post kommissioniert tagtäglich die ihr anvertrauten Postsendungen, damit der richtige Brief beim Kunden landet.
Fehler bei der Kommissionierung resultieren meist aus Fehlmengen oder falsch gewählten Produkten. Der Kommissionierer hat hier eine wichtige Stelle in dem Arbeitsablauf. Auf Grund seiner Anforderung/ Bestellung beim Lager, bzw. der Entnahme von Produkten und deren Mengen, stellt er die Basis für das spätere Paket. Nur an Hand des Lieferscheins im oder am Paket kann nachher kontrolliert werden, ob und was fehlt. Damit die Fehlerquote klein gehalten wird, ist die per Computer gesteuerte Kommissionierung heute nicht mehr weg zu denken. Alle Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern sind jedoch nur so effektiv, wie die ausführenden Arbeitskräfte (Kommissionier). Die Arbeit erfordert ein Höchstmaß an Konzentration, gezielten gleichbleibenden Arbeitsabläufen und der Fähigkeit der Eigenkontrolle. Bei vollautomatisierten, computergesteuerten Kommissionierungsabläufen ist der Mensch lediglich noch in der Endkontrolle zu finden.
Durch die Mischung von verschiedenen Kommissionierungsmethoden kann die Fehlerqoute gesenkt werden. Bei der Kommissionierung von mehreren Einzelprodukten zu einem Paket sind Nachkontrollen notwendig, da die Restmenge nicht fassbar ist. Bei begrenzten Mengen ist die Kontrolle über die Restmenge jederzeit möglich, da die Restmenge gleich Null sein muß. Bei größeren Mengen müssen jedoch Stichproben innerhalb der Verpackungseinheiten erfolgen, damit der Fehlerherd genau lokalisiert werden kann.
Die Kontrollmaßnahmen können gezielt in den einzelnen Stufen der Kommissionierung eingesetzt werden. Kommissionierung setzt sich zusammen aus Basiszeit+ Wegzeit+ Greifzeit+ Totzeit+ Verteilzeit.
Basiszeit versteht die Zeit der Auftragsaufnahme in der Kommissionierung.
Wegzeit ist die Zeit, die für das Erreichen der einzelnen Positionen für die Kommissionierung.
Greifzeit ist die Entnahme des Artikels.
Totzeit ist für die Vor- und Nachbereitung der Kommissionierung, wie abzählen, Lagerplatzsuche etc.
Verteilzeit zählt die sachliche und persönliche Zeit in der neue Informationen und Transportmittel bereitgestellt werden.
Die Kommissionierung wird nach dem System und dem Verfahren unterschieden.
Das System sagt aus ob maschinell oder manuell gearbeitet wird.
Beim Verfahren gibt es diverse Möglichkeiten die anstehenden Aufträge zu bewältigen. Mit Hilfe einer Liste (Pickzettel) auf der die Positionen nach Erledigung abgehakt werden. Der mobilen Datenerfassung (MDE) bei der mit Hilfe von z.B. Scanner die Positionen erfasst werden. Dann gibt es noch “Pick by light” und “Pick by voice”. Diese Verfahren unterscheiden sich wie der Name schon sagt durch lichtgeführte bzw. stimmgeführte Verfahrensweisen. Beim “Pick by light” werden mit Hilfe von Lichtsignalen die Fächer angezeigt in denen die Ware zu entnehmen ist. Sie muß dann noch mit Tastendruck quittiert werden. Beim “Pick by voice ” geschieht die Anforderung und Quittierung per Stimme. Im Prinzip ein und das selbe Verfahren mit unterschiedlicher Handhabung. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Bei “Pick by light” ist ein Nachteil die Geschwindigkeit. Es können immer nur einzelne Produkte kommissioniert werden. Der Vorteil liegt in der Fehlerquote, da bei einzelnen Produkten das Greifen von falschen Produkten ausgeschlossen ist. Bei “Pick by voice” ist der Vorteil, dass viele verschiedene Produkte gleichzeitig kommissoniert werden können. Ein Nachteil ist die ausgeschlossene Kommunikation, der Kommissionierer hat während der Spracheingabe keine Möglichkeit mit anderen Mitarbeitern zu sprechen.
Abschließend ist zu sagen, dass Kommissionieren ein wichtiger Bestandteil des Auslieferungskreislaufs die gleiche Bedeutung wie das Ausliefern, Verkaufen und Einsortieren der Waren hat.
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